Für deutschsprachige Expats in den Emiraten

Die Auswirkungen der Katar-Krise

Am 5. Juni 2017 haben Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Katar mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Zudem haben Jemen, Mauritius und die Malediven erklärt, diesem Schritt zu folgen.

 

Flagge Katar

Flagge Katar

 

Der plötzliche Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Katar hat große Auswirkungen auf den Land-, Luft- und Seeverkehr. Bereits am 5. Juni 2017 hat Saudi Arabien die Landesgrenze zu Katar geschlossen und den Land-, Luft- und Seeverkehr unterbrochen. Weitere Länder wie die VAE haben ebenfalls den Luft- und Seeverkehr mit Katar eingestellt.

 

Einschränkungen im Flugverkehr

 

Qatar Airways wurden die Landerechte entzogen. Aus diesem Grund wurden sämtliche Flüge von Qatar Airways nach Saudi Arabien, in die VAE, nach Bahrain und Ägypten storniert. Auch die Überflugsrechte von Qatar Airways sind vom Abbruch der diplomatischen Beziehungen betroffen, so dass die Airline auf andere Flugrouten ausweichen muss und vermehrt über den Iran und den Oman fliegt. Bei Flügen nach Europa und in die USA kommt es aufgrund der Ausweichroute zu längeren Flugzeiten und Verspätungen.

 

Qatar Airways

Qatar Airways

 

Die Lande- und Überflugsrechte von Kuwait und Oman sind derzeit nicht betroffen. Reisen nach Katar sollten momentan vermieden werden. Falls eine Reise nach Doha dringend erforderlich ist, käme eine mögliche Ausweichroute Dubai-Muscat-Doha in Betracht.

 

Fluggesellschaften wie Etihad, Emirates, Gulf Air und FlyDubai haben sämtliche Flüge nach Katar storniert. Reisenden über den internationalen Flughafen von Doha (Hamad International Airport/HIA) wird dringend empfohlen, sich bezüglich ihrer Reiseverbindungen direkt mit ihrer jeweiligen Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen. Viele Flugtickets wurden bereits erstattet. Einige Flüge konnten über Ausweichrouten oder mit Hilfe von Kooperationspartnern wie British Airways durchgeführt werden.

 

Sämtliche VAE-Büros von Qatar Airways wurden in der Zwischenzeit geschlossen. Die Call Center in Abu Dhabi (Tel. 00971 2 621 0007) und Dubai (Tel. 00971 4 229 2229) sind nur mit viel Glück erreichbar. Online gebuchte Flüge können auch online storniert werden und zwar auf der Refund Request Section der Qatar Airways Homepage: https://www.qatarairways.com/en/refund-request.html

 

 

Einreisebeschränkungen in die VAE

 

Inhabern eines Katari-Reisepasses und Inhabern eines Katari-Residence Visa (Expats in Katar) ist die Einreise in die VAE derzeit untersagt. Auch eine Durchreise (Transit am Flughafen) ist nicht möglich. Desweiteren ist es VAE Nationals nicht gestattet, nach Katar zu reisen. Alle Kataris wurden aufgefordert, die VAE innerhalb von 14 Tagen zu verlassen.

 

Auswirkungen im Warenverkehr

 

Momentan wird Schiffen, die aus oder nach Katar kommen, die Zufahrt nach Saudi Arabien, Bahrain und in die Vereinigten Arabischen Emirate verweigert. Gleiches gilt für Schiffe unter der Flagge Katars.

 

Derzeit gibt es keinen direkten Lieferweg aus dem regionalen Umschlagplatz Dubai nach Katar. Die Schiffsverbindung aus dem Hafen Jebel Ali ist unterbrochen. Es kann somit zu längeren Lieferzeiten und Zusatzkosten kommen.

 

Von der Ausweisung sämtlicher Kataris aus den VAE ist auch das Botschafts- und Konsularpersonal betroffen. Aus diesem Grund ist derzeit nicht geklärt, ob Legalisierung von Handelsrechnungen für Lieferungen nach Katar überhaupt durchgeführt werden können.

 

Weitere Kontakte

 

Die AHK und die Deutsche Botschaft in Katar sind wichtige Kontaktstellen für weitere Fragen zur Katar-Krise. Wir haben die Kontaktdaten für Sie zusammengestellt:

 

Deutsche Botschaft in Katar

 

Tel. +974 5060 5276

E-Mail: info@doha.diplo.de

 

Delegation der Deutschen Wirtschaft Katar (AHK)

 

Tel.: +974-44311152

E-Mail: info@ahkqatar.com

 

ELEFAND – Krisenvorsorgeliste

 

Zudem können sich deutsche Staatsangehörige gemäß § 6 Abs. 3 des Deutschen Konsulargesetzes in eine Deutschenliste/Krisenvorsorgeliste aufnehmen lassen. Insbesondere Deutsche in Katar sollten vorsorglich hiervon Gebrauch machen: https://elefand.diplo.de/

 

Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts

 

Aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts finden Sie hier: https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/KatarSicherheit.html

 

 

Rechtshinweis

 

Die VAE-Behörden haben noch einmal darauf hingewiesen, dass jede Sympathie zu Katar und jegliche Kritik an den derzeitigen Maßnahmen eine Straftat darstellt. Schriftliche und mündliche Äußerungen jeglicher Art sowie Posts in den sozialen Medien können mit Geldstrafen von mindestens 500.000 AED und einer Inhaftierung von bis zu 15 Jahren geahndet werden. Kritische Meinungsäußerungen zur derzeitigen Katar-Krise sollten Sie daher unbedingt vermeiden.