Für deutschsprachige Expats in den Emiraten

 

Eine ausgewogene Diät nach Ayurveda (Ahara)

Während meiner letzten Präsentation “Ayurveda zu Hause” wurde ich mit Ernährungsfragen bombardiert wie “darf ich dies essen”, “darf ich das trinken”, “darf ich alle Birnen essen, die im Herbst von meinem Birnbaum fallen“, „wäre das gesund” und so weiter. Im Prinzip ging es um die Frage “Wie erlange ich eine ausgewogene, erfüllende Diät nach den ayurvedischen Prinzipien?”

 

Ich möchte Ihnen meinerseits eine Frage stellen: Beobachten Sie je aufmerksam, was Ihnen Ihr Körper nach dem Essen mitteilt? Alarmiert es Sie wenn sich voll fühlen, gebläht, aufstoßen müssen oder sich in irgendeiner Weise unwohl fühlen nach dem Essen? Warum nehmen wir noch ein drittes Mal nach wenn wir eigentlich schon voll sind? Und warum lechzen wir nach 500g Eiscreme am späten Abend?

 

Die ayurvedische Antwort lautet: Wenn wir in Balance sind, verlangen wir nur die Speisen, die gut für uns sind. Wenn unser Körper und Geist jedoch unausgeglichen sind, verlieren wir die Verbindung zu unserer inneren Intelligenz und beginnen, ungesunde Speisen zu verlangen.

 

In den ayurvedischen Heiltexten ist AHARA (= richtige Diät) die Essenz, der Beginn von Gesundheit und Fröhlichkeit. Es gibt keine “one fits all”-Diät, nein, wir müssen unsere Körper (d.h. unser Dosha, unsere Konstitution) kennenlernen und wieder erlernen, auf ihn zu hören.

 

Was wir auf unsere Teller tun und schlussendlich unserem Verdauungssystem zufügen sollte unter folgenden Gesichtspunkten ausgeglichen sein:

 

  1. Geschmack: süß, sauer, salzig, stechend (scharf), bitter und zusammenziehend
  2. Farbe: Versuchen Sie, so viele Farben wie möglich auf Ihrem Teller zu vereinigen. Essen Sie den Regenbogen!
  3. Konsistenz: Vereinigen Sie festere Speisen, weiche Speisen, Speisen mit mehr und mit weniger Fasern usw.
  4. Temperatur: Grundsätzlich empfiehlt Ayurveda warme Speisen zu verzehren, keine kalten. Aber manchmal brauchen wir einfach einen schönen Salat oder lieben unsere Rohkost. Das Wichtige ist, warm und kalt zu kombinieren, z.B. eine wärmende Suppe vor dem Salatteller zu verzehren und die kalten Speisen durch Zugabe von wärmenden Zutaten und Gewürzen leichter verdaulich zu machen.

 

Diesen Anleitungen folgend, werden wir stets vollkommen genährt und befriedigt sein. Vergessen Sie aber eine der Komponenten oder essen wir z.B. Fast Food werden wir direkt wieder das Verlangen nach z.B. Süßem spüre, da wir nur salzig und sauer gegessen haben. Versuchen Sie es! Essen Sie zwei Stückchen Kürbis oder Süßkartoffel zu ihrem salzigen, scharfen Abendessen und Sie werden bemerken, dass Sie dann eben nicht die große Packung Eiscreme verschlingen wollen.

 

Die sechs Geschmäcker beeinflussen auch die verschiedenen Doshas. Hierüber werde ich in einem separaten Artikel schreiben. Heute präsentiere ich Ihnen noch einen Vorschlag für einen Balance-Teller. Es gibt viele Möglichkeiten, letztendlich ist dies ist nur eine, um eine Vorstellung zu bekommen, wie so ein Teller aussehen könnte.

 

 

Balance-Teller

Balance-Teller

 

 

BALANCE-TELLER INDISCH

 

1.)    Wilder oder Basmati Reis mit schwarzem Sesam

2.)    Dhal aus gelben Linsen

3.)    Blumenkohl – Raita

4.)    Ein Chutney Ihrem Geschmack entsprechend (zum Beispiel Apfel oder Mango gemischt mit Rhabarber und Algen, selbstgemacht oder aus dem Bioladen)

5.)    Asiatisches Pressgemüse

6.)    Gepickelter Ingwer

 

Wenn Sie durch die Speiseliste gehen, finden Sie alle Sorten von Geschmäckern, Farben und Temperaturen in diesen Gerichten. Die asiatische Methode Gemüse zu pressen ist eine wunderbare, extrem gesunde Möglichkeit, unsere Rohkost zu essen – denken Sie nur an Sauerkraut, ein tolles Essen für Ihren Magen und Ihr gesamtes Wohlbefinden. Ebenso auch der gepickelte Ingwer, der den stechenden, scharfen Geschmack Ihrem Balanceteller zufügt.

 

Nachfolgend ein Link zu einem wunderbaren Rezept für asiatisches Pressgemüse. Ich habe immer einen Vorrat hiervon in meinem Kühlschrank – eine wirklich simple Methode um gesunde Rohkost zu jeder Speise die Sie zubereiten hinzuzufügen.

 

http://www.jutta-bruhn.de/gepresstes-gemuese-als-gesunde-rohkost/