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Fragen Sie Ihren Arzt

Jared Aldan

Jared Aldan

 

Fragen Sie Ihren Arzt ist eine Initiative des German Neuroscience Centers (GNC), bei der Sie die Möglichkeit haben, ihre medizinischen Fragen direkt an das Ärzteteam des GNC oder auch an Ärzte anderer Fachgebiete zu richten. Schicken Sie Ihre Fragen an uschi.mahl@expataktuell.com und wir geben die Frage an den entsprechenden Arzt weiter. Die Frage und die Antwort werden dann auch – natürlich anonym -  auf Expat Aktuell unter der Rubrik „Fragen Sie Ihren Arzt“ veröffentlicht.

Psychologe Jared Alden aus Dubai beantwortet diese Woche die Frage eines besorgten Vaters, dessen Tochter möglicherweise unter der Essstörung Anorexie -  Magersucht leidet.

 

Frage:

Ich sorge mich um meine 18jährige Tochter, da sie seit einigen Monaten nun schon verstärkt auf ihr Gewicht achtet, abnimmt, permanent Kalorien zählt und zunehmend unter Müdigkeit leidet. Meine Frage ist, ob sie vielleicht unter Magersuch leidet und wie ich sie dazu bewegen kann, sich in therapeutische Hilfe zu begeben? Vielen Dank.

 

Antwort:

Bei Deiner Frage handelt es sich um ein sehr ernsthaftes Thema und Du bist nicht der einzige Vater in Dubai, der solche Symptome bei der eigenen Tochter wahrnimmt. Die National Association of Anorexia Nervosa and Associated Disorders schätzt, dass etwa 11 Prozent aller Jugendlichen unter einer Essstörung leiden.

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit Essstörungen empfehle ich Dir, Dich im Umgang mit Deiner Tochter zu entspannen und zu versuchen, Deine Emotionen für den Moment zurückzustecken. Frage sie, was sie fühlt und denkt, wenn sie über Essen oder ihr Gewicht spricht. Du solltest versuchen, sie nicht unter Druck zu setzen und sie nicht zu zwingen, sich in ärztliche Hilfe zu begeben. Vielmehr solltest Du versuchen, sie sanft und beständig in die richtige Richtung „schubsen“. Mache für sie einen Termin bei einem Arzt oder Psychologen und bitte andere, beispielsweise ihren älteren Lieblings-Cousin oder jemanden, dem Deine Tochter vertraut, Dich in Deinem Bestreben zu unterstützen. Mache ihr deutlich, dass es Dir nicht um Kontrolle geht, sondern darum, ihr zu helfen und Optionen aufzuzeigen. Probiere dies einige Monate lang und schaue, ob Du sie dazu bewegen kannst, ihre Erkrankung wahrzunehmen.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.

Dein Jared

Sollte das Problem größer werden wende Dich bitte an das GNC unter http://gnc.expataktuell.de/kontakt/