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Psychosomatik

 

Dr. Fabian Saarloos vom German Neuroscience Center studierte Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie und Interkulturelle Psychologie und beschäftigt sich für Sie heute mit dem Thema Psychosomatik.

Dieses Thema geht uns alle an und sicher werden auch Sie sich in dem einen oder anderen Abschnitt wiederfinden!

Dr. Fabian Saarloos

Dr. Fabian Saarloos

Du warst den ganzen Tag beschäftigt! Du hast das Frühstück bereitet, die Kinder für die Schule fertig gemacht, bist zur Arbeit gegangen, hattest endlose Meetings, Konflikte und Diskussionen mit Kollegen, neue Projekte und Deadlines standen an – und dann wieder zurück nach Hause fürs Abendessen und davor noch schnell ein paar Einkäufe erledigen. Am Ende des Tages sitzt Du auf der Couch und spürst heftige Kopfschmerzen. Dein Körper signalisiert Dir, dass Du erschöpft bist und dass Du zu viel Stress hast. Durch die Kopfschmerzen sagt Dir dein Körper, dass Du mal runterfahren und Dich endlich entspannen solltest.

Unter Psychosomatik versteht man Erkrankungen und Beschwerden, die durch psychische Belastungen oder Faktoren hervorgerufen werden. Der Geist kommuniziert durch den Körper. Körper und Geist zusammen produzieren unsere Erfahrungen, wie Situationen wahrzunehmen, wie wir über das denken was wir wahrnehmen, wie wir Sachen interpretieren und wie wir auf unsere Umgebung reagieren – bewusst sowie unbewusst.

Wenn die Anforderungen einer Situation unsere Kapazitäten um mit der Situation effektiv umzugehen übersteigen, dann erfahren wir Stress.

Stress – abgeleitet vom Lateinischem stringere (ziehen, Spannung kreieren), ist eine evolutionäre Reaktion unseres Gehirns auf eine Situation, die als unsicher und potentiell bedrohlich beurteilt wird. Das Gehirn bereitet den Körper vor um entweder aktiv oder passiv auf den Stressor zu reagieren. Diese Reaktion wird auch die Kämpf-oder-Flucht-Reaktion genannt. Um es dem Körper zu ermöglichen entweder zu kämpfen (d.h. aktiv auf den Stressor einzuwirken) oder zu flüchten (d.h. passiv sich dem Stressor zu ergeben oder zu entfliehen) muss das Gehirn so schnell wie möglich mehrere Programme starten. Während sich die Sinne auf den Stressor fokussieren, produziert das Gehirn allerlei Hormone um Reaktionen zu befördern (z.B. Cortisol). Zum einen muss die Atmung verändert werden, damit der Körper mehr Sauerstoff hat, zum anderen müssen der Herzschlag und der Blutdruck erhöht werden damit der Sauerstoff auch durch den ganzen Köper transportiert werden kann, vor allen zu unseren Muskeln, die dadurch auch aktiviert werden. Die Aufmerksamkeit wird erhöht, die Konzentration wird mehr gefokust nicht nur auf den Stressor sondern auch auf den eigenen Körper und das Gehirn signalisiert jeder Zelle des Körpers, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Chronischer Stress, Ängste, Gefühle von Hilflosigkeit, aber auch negative Gedanken über sich selbst, über andere oder über die Umgebung führen auf diesem Wege zu allerlei physiologischen Veränderungen im Körper:

  • Haare: Der veränderte Mineralienhaushalt kann zum Ergrauen oder Verlust der Haare führen.
  • Haut: Da der Stoffwechsel sich verändert durch den Stress nimmt auch die Entgiftung im Körper ab, was dazu führt, dass “Freie Radikale” die Zellen angreifen können und so Hautprobleme und Alterung verursachen.
  • Immunsystem: Es ist erwiesen, dass negative Emotionen wie Angst oder Wut unseren Widerstand und unser Immunsystem signifikant schwächen. Dies erhöht die Ansteckungsgefahr, das Risiko auf Infektionskrankheiten oder einen langsameren Genesungsprozess.
  • Lungen: Weil sich die Atmung verändert wird es für die Lungen stets schwieriger den Körper effizient und effektiv mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Da auch das Immunsystem geschwächt ist und viele Leute gerade in der kalten Jahreszeit (z.B. Dezember und Weihnachten) Stress erfahren, oder eher geneigt sind in stressvollen Zeiten zu rauchen, erhöht sich das Risiko auf Lungenentzündungen.
  • Herz: Ein durch Stress erhöhter Herzschlag und höherer Blutdruck – sicher in Kombination mit Schlafproblemen, Rauchen, ungesunder Ernährung und Übergewicht – ist die Hauptursache von Herzinfarkten.
  • Magen und Darm: Wortwörtlich ist Stress schwierig zu verdauen! Stress und Emotionen, wie Wut und Angst, führen zu Magenkrämpfen und der Produktion von Säure, was zu Sodbrennen, Blähungen, Reflux, und Übelkeit führt (Gastritis). Dies beeinflusst zusätzlich den Darm, der dann auch Gas produziert und durch die Darmbewegungen mit Verstopfung oder Durchfall reagieren kann (z.B. dem Reizdarmsyndrom). Nebenbei besteht natürlich immer noch das erhohte Risiko auf Inkfektionen.
  • Leber und Nieren: Durch den veränderten Stoffwechsel werden die Leber und auch die Nieren extra belastet mit der Entgiftung und der Verarbeitung/Ausscheidung von Abfallstoffen des Körpers, was zum einen wieder zu Infektionen führen kann, zum anderen auch zur Ansammlung von Giftstoffen.
  • Rücken, Knochen und Gelenke: Stressvolle Perioden können den Sauerstoff im Blut bis zu 40% senken und durch den reduzierten Zellstoffwechsel und durch verlangsamte Genesungsprozesse und erhöhtes Infektionsrisiko besonders die Körperteile beeinflussen, die wortwörtlich das Gewicht tragen: unsere Knochen. Mit dem veränderndem Mineralienhaushalt nehmen die Chancen auf Erschöpfung, sich ausgelaugt Fühlen und auch das Risiko auf Knochenbrüche zu.

Dies ist bloß eine kurze Zusammenfassung von den wichtigsten physiologischen Veränderungen in Reaktion auf Stress. Mittlerweile hat die regelmäßige Forschung bewiesen, dass diese stressbedingten Veränderungen eine signifikante Rolle spielen in der Entstehung von Krebs und Kardiovaskulären Krankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt daher an, dass psychologische Probleme, vor allem Depressionen, durch die zunehmende Komplexität unserer Ungebung und unseres Lebens zum Mortalitätsfaktor Nummer 1 werden.

Da viele dieser Prozesse mehr oder weniger unbewusst stattfinden, aber vom Gehirn gesteuert werden, haben wir nur einen beschränkten bewussten Einfluss. Aber wir können uns bewusst werden über Situationen und Faktoren, die uns blossstellen und wie wir mit ihnen umgehen.

Nicht nur die körperliche Gesundheidt ist wichtig, sondern auch die psychische. Es ist hilfreicher und evolutionär adaptiver, die Situationen rationell, realistisch und vor allem positiv zu betrachten.

Stress ist eine situationelle Reaktion auf einen Stimulus, intern oder extern, der den Körper in diesem Moment überfordert. Das heisst, das wichtigste ist es in dem Moment zu bleiben und nicht kognitiv über die Zukunft und mögliche Konsequenzen nach zu denken. Es ist wichtig für unser Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein, den Umgang mit Stress zu lernen wenn er auftritt anstelle des Aufbauens und Unterdrückens von Emotionen und Spannungen. Ein starkes und liebevolles Support-Netzwerk ist hierbei sehr wichtig um emotionelle, instrumentale und informative Unterstützung zu bekommen.

Dr. Fabian

Dr. Fabian

Sollten die Beschwerden jedoch zunehmen, sich verschlechtern oder andauern, dann ist es wichtig rechtzeitig seinen Vertrauensarzt oder einen Psychologen zu konsultieren.

Wenn Sie Probleme oder eine Frage haben wenden Sie sich an Dr. Fabian im German Neuroscience Center unter 04 429 8578.

Er kann Ihnen ganz sicher helfen!