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Für deutschsprachige Expats in den Emiraten

 

Das Drama mit den Banken in den VAE

Man könnte auch sagen: Wie die Banken fleißig dazu beitragen Unternehmen/Expats zu vertreiben.

Mit diesem Thema beschäftigte sich Thomas Meier von der Strohal Legal Group und er hat hier einige Infos für Sie aufgeschrieben.

 

 

Thomas Meier

Thomas Meier

 

 

Kontoeröffnung für Personen, (Freezone-) Unternehmen und Offshore-Gesellschaften binnen 10 Minuten ohne große Umstände möglich, kundenfreundlicher und hervorragender lösungsorientierter Service! – Was für Expats, die sich derzeit für ihr VAE-Unternehmen um die Eröffnung eines Bankkontos in den VAE bemühen wie ein unglaubliches Märchen klingt, war bis vor einigen Jahren in den VAE tatsächlich noch erfreulicher Alltag.

 

Heute jedoch sieht die Realität anders aus und die meisten Expats können ein Lied davon singen: Neben dem Ausfüllen unzähliger Formulare und der Bereitstellung von zahlreichen Dokumenten werden – speziell bei der Beantragung von Konten für Unternehmen – die Kontobeantragenden (bzw. die Eigentümer von Unternehmen) sprichwörtlich von Kopf bis Fuß durchleuchtet. Und dann, nach monatelanger Korrespondenz mit der Bank und der Nachreichung zahlreicher Dokumente wird immer öfter der Antrag zur Bankkontoeröffnung abgelehnt. Begründung? – Fehlanzeige! Oder aber lapidar der Verweis auf das „Compliance Department“ (zu dem der Kunde keinen Zutritt hat und nicht einmal den Namen des Mitarbeiters erfahren darf, der für die Ablehnung seines Antrages zuständig ist).

 

Dies betrifft nicht nur Offshore-Companies mit scheinbar dubiosen Hintermännern, sondern immer mehr auch reputable Unternehmer und Investoren mit einwandfreiem Ruf und langjähriger Geschäftstätigkeit in den VAE. Manche Banken lehnen mittlerweile sogar die Eröffnung von Bankkonten für Freezone-Companies grundsätzlich und pauschal ab – quasi wegen Generalverdachts.

 

Und wenn sich eine Bank nach monatelangem (teilweise über einem halben Jahr langen) mühseligen Prozedere doch noch dazu herablässt, einem Unternehmen ein Konto zu gewähren, so erfolgen weitere Ärgernisse, wie zum Beispiel Strafgebühren bei Nichteinhaltung der teilweise sehr hohen Mindesteinlagebeträge. Ein neu eröffnetes oder langjährig bestehendes Bankkonto ist auch keine Garantie, dass dies dem Inhaber lange erhalten bleibt. Immer öfter werden Konten von renommierten und lange bestehenden Unternehmen geschlossen. Begründung der Banken dafür – siehe oben.

 

Doch was ist der Grund für ein solches Vorgehen der Banken?

 

Die Banken behaupten, dies sei auf strikte Vorschriften der VAE-Zentralbank zurückzuführen. Die VAE-Zentralbank beruft sich wiederum auf das strikte FATCA-Regime, das die Vereinigten Staaten vor einigen Jahren vielen Staaten der Welt aufgezwungen haben.

 

FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) ist ein 2010 erlassenes US-Gesetz, dessen Ziel es ist, US-Bürger, die über Konten außerhalb der USA verfügen, aufzuspüren – weil sich die Besteuerung der USA nach der Staatsbürgerschaft (und nicht wie bei uns in Europa nach Wohnsitz) richtet. Zu diesem Zweck hat die USA zahlreiche Staaten der Welt (darunter Deutschland und die VAE) dazu „gedrängt“, Abkommen mit den USA abzuschließen, nach denen die Banken in den jeweiligen Ländern verpflichtet werden, Daten über US-Bürger automatisch an die USA zu übermitteln. Dadurch werden aber auch Nicht-Amerikaner drangsaliert: Fast jeder in den VAE und anderen Ländern wurde bereits von seiner Bank dazu verpflichtet, zahlreiche FATCA-Formulare auszufüllen um zu bestätigen, dass man kein US-Steuerpflichtiger ist.

 

Und wie bei den meisten seltsam anmutenden Erfindungen der USA, schwappt auch die FATCA-Idee zeitverzögert über den großen Teich in den Rest der Welt und wird von anderen Ländern dankend aufgegriffen. So hat sich der CRS (Common Reporting Standard) der OECD, der in den VAE am 01.01.2018 in Kraft treten wird (und in Deutschland bereits seit Anfang dieses Jahres besteht), ausdrücklich am großen Vorbild FATCA orientiert: zukünftig werden also fast weltweit Banken Daten der jeweiligen Kontoinhaber an die Heimatländer übermitteln: Dies automatisch und praktisch unter Ausschluss jeglicher Kontrolle. Wir haben erfahren, dass wer jetzt gerade ein Konto in den VAE eröffnen will (egal ob ein persönliches oder für ein Unternehmen), neben den FATCA Formularen bereits auch CRS-Formulare ausfüllen muss. Der gläserne Mensch wird immer realer.

 

Wenn die VAE weiterhin Investoren, Unternehmen und Expats aus der ganzen Welt anlocken will, so sollte hier bald ein Umdenken seitens der Banken erfolgen und die Kunden sollten wieder an erster Stelle stehen, da ansonsten nicht nur die Banken sondern die Emirate selbst hier mittelfristig verlieren könnten.

 

 

Das Team der Strohal Legal Group

Das Team der Strohal Legal Group

 

 

Die Klienten der Strohal Legal Group, die derzeit kein Glück mit der Eröffnung von Konten in den VAE haben, vermitteln wir derzeit vermehrt an Banken in anderen Ländern. So sind beispielsweise Banken auf Mauritus nach wie vor Neukunden gegenüber sehr aufgeschlossen, ebenso zum Beispiel Trusts in Singapur mit problemloser Kontoeröffnung im Inselstaat, wobei unsere Partnerkanzlei selbst die Großbank vetritt, bei der der Trust sein Geld veranlagt.

 

 

Dr. Theodor Strohal

Dr. Theodor Strohal

 

 

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Hilfe bei anderen rechtlichen Problemen brauchen, wenden Sie sich bitte an Dr. Theodor Strohal oder Thomas Meier oder an das Team der STROHAL LEGAL GROUP – Tel: (971) 7 236 4530 oder unter tstrohal@slg-strohallegalgroup.com bzw. thomas@slg-strohallegalgroup.com.