Für deutschsprachige Expats in den Emiraten

 

Lonely

Dies ist ein ganz persönlicher Artikel über ein sehr außergewöhnliches Lebewesen – über eine wunderbare Katze, die 13 Jahre in unserem Leben war.

Lonely

Lonely

Wer noch nie ein Tier gehabt oder nicht ein Faible für Tiere hat, soll bitte hier aufhören zu lesen oder – mich einfach für etwas verrückt halten.
Dieser Artikel ist für mich eine Herzensangelegenheit – ein Dankeschön für ein wunderbares ganz spezielles Geschöpf, das uns nun leider vor ein paar Tagen verlassen hat.

Katzenkinder

Katzenkinder

Lonely kam im Jahre 2005 zusammen mit ihren 2 Geschwistern Shy und Tiger in unser damaliges Haus in Um Suqeim – alle waren kaum handtellergroß und ziemlich dünn und standen plötzlich miauend im Garten. Was dann kam war eine typische Dubai-Katzen-Geschichte: Die Tierchen adoptierten uns, wir fütterten sie, nachdem wir festgestellt hatten, dass sie keine Mutter mehr hatten und sie lebten zuerst in unserem Garten, weil wir beschlossen hatten: Garten ja – Haus nein!
Aber wie das Leben so spielt eroberten sich die Kleinen bereits nach einigen Monaten unser Haus, danach das Office und schließlich auch das Schlafzimmer.
Alle waren super süß, wunderschön, sehr charakterstark und sie liebten uns bereits nach kurzer Zeit abgöttisch, was absolut auf Gegenseitigkeit beruhte.
Aber Lonely, die weiße sanfte Schönheit mit dem schwarzen Fleck war immer etwas Besonderes, denn schon bald lebte sie ganz im Haus und hatte überhaupt kein Bedürfnis mehr rauszugehen.
Sie war meine Katze, sie war immer bei mir und sie vertraute mir völlig. Sie verstand es in meine Seele zu schauen, sie spürte meine Sorgen, sie tröstete mich wenn ich traurig war und sie war an meiner Seite wenn ich mal krank war – sie war meine Herzenskatze!

Herzenskatze

Herzenskatze

Nachdem wir unsere Katzen für einen Urlaub einer Cat-Sitterin anvertraut hatten, die sehr viel Geld dafür verlangte, kamen sie total zerstritten zurück – die Chemie zwischen ihnen war zerstört und wir mussten sie separieren, wenn wir ein Blutbad verhindern wollten.
So lebte Lonely ab dieser Zeit in unserem Schlafzimmer oder auch in meinem Office.
Nachts war sie oft mein Kopfkissen, manchmal auch mein Hut oder mein Schal, tagsüber war sie meine Inspiration in einem Körbchen neben meinem Computer im Office und so erfuhr sie viele Dinge als erste. Sie war einfach da, sie kommunizierte mit mir und wir verstanden uns ohne Worte.
Nach einem Umzug innerhalb Dubais ging es dann nach RAK – natürlich mit allen Katzen und wieder war Lonely immer bei mir.

Platz mit Blick

Platz mit Blick

Sie liebte ihren Platz im Schlafzimmer mit Blick auf den Golfplatz, ihren Kratzbaum oder ihr Körbchen in meinem Office, sie liebte es aber auch einfach neben meinem Computer zu liegen möglichst mit einer Pfote auf der Tastatur.

Auf dem Schreibtisch

Auf dem Schreibtisch

Auch war sie leidenschaftlich gerne in der Küche und schnupperte an den Gewürzen oder bezog Quartier in einem leeren Bierkarton – wichtig bei allem war aber immer, dass wir in der Nähe waren.
Vor über 2 Jahren wurde Lonely dann krank und es wurde Diabetes diagnostiziert. Nach einigen Komplikationen und einer Pankreasentzündung mussten wir sie über Wochen durch einen kleinen Schlauch im Hals mit einer Art Astronautennahrung ernähren.

Zugang im Hals

Zugang im Hals

Dies war keine schöne aber eine sehr intensive Zeit und wir hielten dabei sehr oft Zwiesprache mit der kleinen Katze und fragten sie immer, ob sie noch weiter kämpfen wollte. Sie vermittelte uns dabei aber permanent das Gefühl, dass sie noch auf dieser Welt und vor allem bei uns bleiben wollte und als der Schlauch im Hals eines Tages gezogen werden musste und klar war, dass es nur noch eine Alternative gab, die hieß selbständig zu fressen, machte sie uns dieses große Geschenk und begann zu fressen – ein klares Zeichen!
Sie war trotz ihres liebevollen, sanften Gemüts eine extreme Kämpferin und sie zeigte ganz deutlich, dass sie bei uns bleiben wollte.

Besserung

Besserung

So erhielt sie vom Schicksal noch das Geschenk von über 2 Jahren Lebenszeit bei und mit uns, die sie sichtbar genoss. Zwar musste sie zweimal am Tag eine Insulinspritze bekommen, aber da auf diese Spritze immer leckeres Futter folgte, stand sie jeden Tag morgens und abends erwartungsvoll mit hoch erhobenem Schwanz vor dem Kühlschrank und wartete.
Sie genoss die Zeit und die vermehrte Aufmerksamkeit, die ihr als krankem Wesen von jedem geschenkt wurde.
Jede Nacht schlief sie in meinem Arm und wenn ich mal nicht da war, wartete sie zuerst mit Blick auf die Tür ließ sich dann aber doch von ihrem Herrchen überreden auf einem Kissen einzuschlafen.

Blick in die Seele

Blick in die Seele

Als ihre Kraft Ende letzten Jahres nachließ vereinbarten wir beide immer wieder Ziele, die wir gemeinsam noch erreichen wollten: Weihnachten und das Jahresende, meinen Geburtstag Ende Februar und dann meine Rückkunft von einer Reise nach Deutschland Anfang Mai, wo sie treu auf mich wartete, während sie von ihrem Herrchen liebevoll versorgt wurde.
In den letzten zwei Wochen ging es ihr schlechter, sie wurde schwächer und schwächer, obwohl wir sowohl medizinisch wie auch mit Futter und Liebe alles versuchten.
Ihr kleiner Körper hatte keine Kraft mehr und sie auch nicht mehr. So verriet mir diese Kämpferin, dass sie nicht mehr kämpfen wollte.
Selbst an ihrem letzten Morgen begleitete sie mich noch ein letztes Mal in mein Arbeitszimmer und wollte nochmal beim Arbeiten bei mir sein, auch wenn sie schon nicht mehr selbstständig auf den Schreibtisch springen konnte.

Letzter Morgen

Letzter Morgen

Sie schaute dabei wie so oft vorher tief in meine Seele und sagte mir: Bitte lass‘ mich gehen!
So hatten wir am Freitag 27. Juli eine echt schwere Entscheidung zu treffen – für unser wunderbares Katzenmädchen Lonely.

Abschied

Abschied

Sie bekam die erste Schlafspritze auf meinem Arm in ihrer gewohnten Umgebung zuhause, ich brachte sie in meinen Armen in die Klinik und war bei ihr als ihr Herz für immer aufhörte zu schlagen.
So ging sie von uns an einem speziellen Tag – einem Vollmondtag – denn die nachtaktiven Katzen sind mit dem Mond assoziiert, der das Unbewusste und die Gefühlswelt verkörpert.
Lonely – wir danken Dir für Deine dauernde Liebe und dass Du 13 Jahre mit uns verbracht hast. Du warst unglaublich – das außergewöhnlichste Wesen, das ich persönlich je erlebt habe – voller Liebe und Vertrauen.
Ich freu mich für Dich, dass Du jetzt an einem Ort bist, wo Du keine Schmerzen und keine Probleme mehr mit Deinem schwachen Körper hast!
Den schönsten Satz, den mir jemand in den letzten Tagen geschrieben hat, will ich hier zum Schluss wiedergeben: Hawaiians believe that animals are our spirit guides ….. they will come back to us …… when we will need!
Ich bin mir sicher, dass wir uns wieder treffen! Mach’s gut meine Kleine!

 

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